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Tag 5 - Orkneyinseln (Kirkwall, Westray)

wikipedia.de stimmt uns auf die Insel Westray ein:

"Westray gehört zu den schottischen Orkney-Inseln und befindet sich 28 km nördlich der Hauptstadt der Inselgruppe Kirkwall, die auf Mainland liegt. Die Insel hat bei einer Ausdehnung von 17 × 11,5 km eine Fläche von 47,13 km². Die höchste Erhebung einer Hügelkette an der Westküste ist mit 169 m der Fitty Hill.

Die meisten der 588 Einwohner (Stand: 2011)[1] leben im Hauptort Pierowall mit Schiffsverbindung nach Papa Westray und in Rapness, im äußersten Süden, dem Fährhafen nach Mainland. Haupterwerbszweige sind die Fischerei und Landwirtschaft, sowie in geringerem Maße der Tourismus."

 

Diese Nacht haben wir geübt, wie man im Fahrstuhl/auf der Rüttelplatte schläft. Um es kurz zu machen: ein Bett, welches der Erdanziehung folgend starr mit unserem Planeten verbunden ist, hat schon was für sich. Es macht sich eben bemerkbar, dass unsere Kabine fast ganz vorn ist, da hat man wenigstens eine ordentliche Amplitude. Und besonders schön ist es, wenn so eine Nacht sanft und zärtlich durch die herabfallende Ankerkette beendet wird. Wo wir nun schon mal wach sind, können wir auch frühstücken. Heute liegen wir vor der Insel Westray, und wir tendern nach dem Frühstück hinüber auf die kleine Insel. Es gibt hier nur Schulbusse auf Ford Transit-Basis, auf Massentourismus ist man hier nicht eingestellt. Dafür werden wir von jedem, wirklich jedem Auto sehr freundlich gegrüßt, als wir in den Ort hinein laufen. Selbst die drei Fahrer der Shuttlebusse winken uns jedes Mal, und wenn wir ihnen viermal begegnen. Diese winzige Insel mit nur einer Handvoll Einwohner hat aber zwei öffentliche, kostenlose Toiletten. Das sucht man in Deutschland vergebens. Ein kleines Stück fahren wir dann noch mit dem Bus zur Ruine von Noltland Castle aus dem 16. Jahrhundert. Der Fahrer ist auch total freundlich und herzlich, wir kommen sofort ins Plaudern über ihn und seine Familie, dabei fahren wir keine fünf Minuten. Nach der Ruinenbesichtigung laufen wir wieder in den Ort zurück und kehren dabei im Insel-Laden ein. Hier gibt es wirklich alles und dazu im Hinterzimmer eine kleine Imbiss-Stube, wo man sogar richtig essen kann. Wir nehmen wegen unserer chronischen Übersättigung aber nur einen Kaffee. Auch im Laden sind alle total nett und freundlich. So etwas kennen wir aus der Heimat überhaupt nicht.

Wir tendern zurück zum Schiff, wechseln die Ausrüstung, essen wirklich zügig einen Happen zum Mittag, denn 13 Uhr geht der Tender zurück an Land, wo 13.30 Uhr der erste Shuttle an die Steilküste geht, wo die Puffins ihre kleine Kolonie haben. Wir haben auch tatsächlich Glück, denn drei von ihnen bekommen wir zu Gesicht. Aber nach ungefähr einer Stunde machen sie sich aus dem Staub, es sind ihnen wohl zu viele Leute. Die stehen aber auch wirklich zwei Meter vor der Brutröhre und wundern sich, warum die Vögel nicht zurück kommen. Wir liegen bei wunderschönem Wetter herrlich in weichem Gras an der Kante, von wo auch wir fotografieren. Die bordeigene Biologin kommt auch, der Bordfotograf hat ihr für die Puffins eine Kamera mit einem 18-55 Standardobjektiv geborgt. Das ist natürlich die optimale Ausrüstung (nicht). Ich verleihe spontan eine gescheite Linse und gewöhne der Kamera bei der Gelegenheit gleich mal die Automatiken ab. Der Fotograf steht daneben und staunt Bauklötzer, was die Kamera alles kann.

Als wir genug haben, bringt uns der Bus zurück zum Schiff und so können wir uns gegen 17 Uhr in der Observation Lounge zu einem Kaffee und etwas Süßkram niederlassen. Wir genießen den Ausblick auf die Insel vor uns und natürlich die Leckereien. Am Nachbartisch sitzt ein älteres Paar. Opa Herbert schläft mit Kiefersperre, Oma Hilde lässt ganz gediegen einen 2-Meter-Furz krachen, steht auf und läuft völlig wort- und leidenschaftslos an uns vorbei. Wir atmen in der Hoffnung, dass es kein Klammeraffe ist, kurz so flach wie möglich und kommen dadurch mit einem blauen Auge davon. Ich sag mal so: das kann passieren, aber dann kann man sich ja kurz entschuldigen. Aber nein, und noch dazu lässt sie die den nach dieser Attacke nun voll komatösen Opa Herbert einfach so zurück. Nicht nett in vielerlei Hinsicht.

Randbemerkung: einige der Reiseteilnehmer haben inzwischen merkliche Probleme, sich die Schuhe zu schnüren. 

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Kommentare: 5
  • #1

    Die Hatschis (Freitag, 27 Mai 2022 20:47)

    Und wieder geht ein toller Tag zu Ende. Sicher wurdest du , lieber Olaf, gestern von deiner lieben Frau auf Händen getragen. Was für schöne Vogelportäts. Wieder was dazugelernt. Hoffentlich hat Opa Herbert den Anschlag überlebt. Habt noch schöne Tage.

  • #2

    Dori;-9 (Samstag, 28 Mai 2022 18:31)

    Äh, what? Wen soll ich auf Händen tragen und warum? :-) :-)
    Ja, Opa Herbert lebt noch. Er cruiste zumindest heute früh schon wieder emsig am Früstücksbüffet auf und ab, wahrscheinlich mit der strikten Anweisung, niemanden sonst an das Essen zu lassen. Phh, Amateure. :-)
    PS: an alle anderen: ihr dürft auch gern kommentieren, wenn euch so ist. Nur nicht so schüchtern. Sonst denken wir noch, dass euch die Bilder nicht gefallen.;-)

  • #3

    SIMMI (Dienstag, 31 Mai 2022 21:03)

    Hi ihr zwei Reiselustigen. Heute hab ich mir endlich mal die Zeit genommen und ab Tag 1 bis 5 die kompletten Beiträge gelesen und herzhaft gelacht und mich amüsiert. Weiter so ��. Diese sehr präzisen Beschreibungen da sind ist das Kopfkino sofort aktiv�. Eine genussvolle Zeit.
    LG

  • #4

    Susie (Mittwoch, 01 Juni 2022 21:12)

    Ach so schöne Aufnahmen von den Vögeln. War denn der Besuch der Kolonie nicht "Standard", weil Ihr das im Vorfeld angesprochen habt?

  • #5

    Dorit (Mittwoch, 01 Juni 2022 22:03)

    @Susi: Standard ja und nein. In diesen Regionen gibt es keinen echten Standard. Die Natur gibt den Takt vor. Alles andere muss sich dem fügen. :-)